Informatik, Digitalisierung & Prozesse

Windows 10 auf neue Hardware und dann Windows 11

Veröffentlicht von Rene Haeberli am

Die Ausgangslage ist der Klassiker: Man hat einen mehr oder weniger gut funktionierenden (in die Jahre gekommenen) PC oder Laptop, Dutzende von Software installiert und möchte auf Windows 11 wechseln (migrieren).

In der Theorie macht man vom alten Gerät eine Sicherung (Backup) und spielt (Restore) diese aufs neue Gerät.

In der Praxis gibt es aber den einen oder anderen Stolperstein. Auf diese wird im Folgenden eingegangen.

HP – Windows 11 Trade-In. Neuen PC bei Brack. bestellen, wir machen die Datenübernahme. Einfach anrufen, Termin vereinbaren.

Die schlechte Nachricht zu Beginn: Es ist nicht möglich, von 32-Bit zu 64-Bit Windows aktualisieren. Es erfordert immer eine Neuinstallation, wenn man die Prozessor-Architektur wechselt.

Das Mysterium von BIOS und UEFI aufgelöst: BIOS (Basic Input/Output System) wird von der Hardware gesteuert, es ist ein Chip, der sich fix auf dem Prozessorboard befindet. Er sorgt dafür, dass grundlegende Hardware, wie Prozessor, Speicher, Bildschirm, Tastatur und Maus erkannt werden, sodass der Computer beim Hochfahren überhaupt bedient werden kann.

Ein Chip auf dem Motherboard bietet natürlich kaum Flexibilität, sollten sich Standards ändern oder Schwachstellen geschlossen werden. Daher hat sich seit 2006 UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) dazugesellt. Nach 20 Jahren zeichnet es sich ab, dass UEFI bevorzugt wird. Nicht zuletzt auch, weil Microsoft mit Windows 11 UEFI unter gewissen Voraussetzungen forciert, beziehungsweise BIOS nicht mehr unterstützt.

UEFI befindet sich auf einer unsichtbaren Partition auf einer der Festplatten im PC. Die Installations-Dateien, selbst eine Art Betriebssystem, können (und sollen) zum Beispiel über Windows-Update aktualisiert werden.

Der Windows 10 Update-Assistent wirft den Fehler ab, dass nicht auf Windows 11 aktualisiert werden kann. Einer der Gründe könnte sein, dass nicht automatisch von BIOS auf UEFI konvertiert werden kann. Windows 11 setzt seit der Version 24H2 „Secure Boot“ und „TPM“ voraus. Ersteres bedeutet, dass über UEFI gestartet wird, beziehungsweise eine UEFI Start-Partition vorliegt.

Basiert die vorliegenden Windows 10 Installation auf BIOS, muss sie auf UEFI konvertiert werden, bevor auf Windows 11 aktualisiert werden kann. Die Konvertierung setzt natürlich voraus, dass die PC-Hardware UEFI unterstützt.

BIOS konvertiert man mit „MBR2GPT.exe„. Selten funktioniert das im laufenden Betrieb und wenn, dann nur mit dem Parameter /allowFullOS. Für die verlässlichere Variante wählt man ein PE- oder Windows-Boot Medium. Gelegentlich lässt sich der Befehl nicht ohne Fehler ausführen, dann ist Handwerk gefragt.

Wenn alle Automatismen versagen, muss man die UEFI Partition manuell erstellen. Dafür verwendet man ein paar Befehle aus dem Befehls-Fenster, wie „DISKPART.exe“ und „BCDBOOT.exe„. Zuvor müssen allerdings alle anderen Hilfs- und Reserve-Partitionen gelöscht werden.

Diese Vorgänge führt man am besten in einer PE-Umgebung aus.

Natürlich gibt es zahllose Tools auf dem Markt, die eine Rücksicherung (Restore) von Windows 10 auf neue Hardware anbieten. Wenn sie jedoch nicht funktionieren, hilft es, wenn man die Grundlagen der Herausforderungen verstanden hat und dadurch weiss, wie man trotzdem erfolgreich migrieren kann.