Informatik, Digitalisierung & Prozesse

Digitale Souveränität – Schweizer Daten gehören in die Schweiz

Veröffentlicht von Rene Haeberli am

Digitale Souveränität als Angstmacher?

Digitale Souveränität ist längst kein abstraktes Schlagwort mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Gerade unter der realistischen Annahme, dass sich das amerikanische Regierungssystem bis mindestens 2028 nicht grundlegend verändern wird, wird deutlich: Die Abhängigkeit von US-amerikanischen Hyperscalern wie Microsoft, Google oder Amazon stellt ein grosses – und vor allem vermeidbares – Risiko dar.

US CLOUD Act, das eigentliche Problem

Der Kern des Problems liegt in der extraterritorialen Macht der USA. Gesetze wie der US CLOUD Act verpflichten amerikanische Unternehmen, US-Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – selbst dann, wenn diese Daten physisch in Europa gespeichert sind. Damit unterliegen unsere Kommunikation, unsere Dokumente und letztlich unser digitaler Alltag potenziell einer fremden staatlichen Kontrolle, ohne dass europäische Rechtsmittel effektiv greifen.

Können EU Gesetzt dagegen halten?

Zwar versucht die EU mit dem Digital Services Act (DSA) und dem Digital Markets Act (DMA), digitale Grundrechte zu stärken, Marktmacht zu begrenzen und Transparenz zu erzwingen. Diese Regelwerke sind wichtige Schritte, sie ändern jedoch nichts an der grundlegenden Rechtsasymmetrie: Solange kritische digitale Infrastrukturen und Cloud-Dienste von US-Anbietern betrieben werden, bleibt Europa rechtlich und technologisch abhängig.

Alternativen schaffen, digitale Souveränität bewusst fordern und fördern!

Digitale Souveränität bedeutet daher, bewusste Alternativen zu schaffen und zu nutzen: europäische Cloud-Anbieter, offene Standards, eigene Schlüsselverwaltung und echte Datenhoheit. Es geht nicht um Abschottung, sondern um Risikominimierung, Resilienz und Selbstbestimmung. Wer heute weiterhin blind auf amerikanische Hyperscaler setzt, akzeptiert ein politisches und rechtliches Risiko, das weder technisch noch wirtschaftlich notwendig ist.


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